Weilten wir neulich schon mal bei einem tollen A-Cappella-Konzert aus der LOK|ART-Reihe, gab es kurz vor Weihnachten im Lokschuppen Bottrop ein ganz gegensätzliches Programm, wenngleich trotzdem stimmgewaltiger Natur: ein Sängertrio (eine Sopranistin, zwei Tenöre) ludt unter begleitenden Flügelklängen in eine Welt aus Arien, Filmhits und Weihnachtsweisen.

Offenlegung: der folgende Beitrag entstand auf Einladung des Lokschuppens Bottrop am 23.12.2017, herzlichen Dank dafür. Meinungen, Eindrücke und die Bezahlung der Getränkekarte bleiben meins.

Unter dem Thema „Ein Stern fällt vom Himmel…“ führte Christian Polus mit kurzweiligen Anekdötchen und Geschichten durch den Vorweihnachts-Abend. Und wo er schon mal da war, hat er dann auch gleich mal gesungen…

Louis del Rio kommt lt. Christian Polus vom Ende der Welt: Chile
Louis del Rio kommt lt. Christian Polus vom Ende der Welt: Chile
Jan Kirschniok am Flügel, übrigens ein Musikprofessor.
Jan Kirschniok am Flügel, übrigens ein Musikprofessor.
Nadja Wuchinger, studierte Musik an der Folkwang Universität der Künste Essen.
Nadja Wuchinger, studierte Musik an der Folkwang Universität der Künste Essen.
Christian Polus leitet unter anderem eine Essener Musikschule.
Christian Polus leitet unter anderem eine Essener Musikschule.

OK, im Ernst: Christian Polus ist wie sein Mitstreiter Luis del Rio praktizierender Tenor. Beide sind schon in der Formation „German Tenors“ aufgetreten und wurden an diesem Abend von der Sopranistin Nadja Wuchinger wunderbar ergänzt. Jan Kirschniok am Flügel machte das Quartett komplett, und ich muss sagen, er ist ein ziemlich begnadeter Pianist!

Christian hat für den Abend die Meßlatte gleich mal hochgesetzt: „Nur die Zugaben!“ will er im Lokschuppen präsentieren. Dabei hat mir seine Mischung aus kleinen Geschichten auch schon gut gefallen: ob er angeblich in den Archiven im Folkwangmuseum Essen gekramt und dabei einen Brief an Tizian für ein Krippenbild gefunden hat oder die Mär von den vier Kerzen zum Besten gibt – sehr unterhaltend!

Zu den Stücken, die gegeben werden, gehören Werke von Ennio Morricone, Chopin, Händel, genauso wie Klassiker aus dem Zauber von Oz, von Udo Jürgens oder zum Schluss tatsächlich auch noch Weihnachtslieder. Beeindruckend fand ich auch die vertonten Versionen von Vaterunser und Ave Maria. Im klassischen Bereich bin ich nicht so fit, so dass noch mehr Stücke mein Gehör erfreuten, die ich nicht immer zuordnen konnte.


Selbst für eine gesangliche Einlage aus dem Publikum ist noch Zeit, Herr Eichmann gibt den Vogelfänger. Jahrgang 1935 – Donnerwetter!


Die vier Akteure des Abends verstehen sich offensichtlich gut und man merkt ihnen an, dass es nicht ihr erster gemeinsamer Auftritt ist.

Wie man auf einigen Fotos sieht, kann der Lokschuppen Bottrop auch bestuhlt werden – in diesem Fall wurde dies passend zum Weihnachtskonzert so vorgenommen. Somit ist die Location auch für die älteren oder sitzplatzliebenden Mitbürger unter uns eine Option.

Auch schön: Christian geht mit dem Publikum auf Tuchfühlung und verlässt dazu mal die Bühne. Sympathisch!

Wenn dann noch die Spiegelkugel wie Schneeflocken zu den eingestimmten Weihnachtsliedern einsetzt, ist Weihnachten nicht mehr weit. Wunderbar!

Das initial durch ihn selbst benannte Motto von Christian Polus war für den Abend übrigens dann doch nicht zutreffend. „Der Auftrag des Lebens lässt sich in zwei Worte fassen: Halte durch!“ war nämlich gar nicht nötig – das hat sich von ganz allein ergeben. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass ein solches Weihnachtskonzert zum regelmäßigen Jahresausklang kurz vor Weihnachten beiträgt…

Für Details zur Location wie Anfahrt oder dem Industriekultur-Hintergrund guckt Ihr am Besten nochmal in den ersten Blogpost A-Cappella-Konzert aus der LOK|ART-Reihe oder auf die offizielle Website. Und ein paar meiner Kritikpunkte aus meinem Blogpost neulich hat sich der Lokschuppen übrigens auch schon zu Herzen genommen: die Leiter etwa hinter der Bühne habe ich nämlich diese Mal nicht mehr gesehen. Und die Anzahl der Heizstrahler vor der Tür wurde auch verdoppelt, so dass man nicht mehr frieren muss, wenn man draußen steht! Danke dafür.

Das muss ich Euch unbedingt noch zeigen: auf der Herrentoilette entdeckte ich dieses schöne Ansammlung von Pflegeprodukten. Das Team vom Lokschuppen hat Herz ❤ !
Das muss ich Euch unbedingt noch zeigen: auf der Herrentoilette entdeckte ich dieses schöne Ansammlung von Pflegeprodukten. Das Team vom Lokschuppen hat Herz ❤ !
Lokschuppen Bottrop – ein Weihnachtskonzert der Veranstaltungsreihe LOK|ART
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