D-Box Plakat am Eingang
D-Box Plakat am Eingang

Nun habe ich wieder eine dieser technischen Neuheiten erlebt, die unser Nerd-Dasein so nett machen 🙂

Seit Ende Mai – wenn ich mich recht erinnere – besteht im Cinemaxx im Rhein-Ruhr-Zentrum/Mülheim an der Ruhr die Möglichkeit, in zwei Kinosälen die sogenannten D-Box-Sessel zu nutzen. Ich habe das am 22.07.2011 einmal ausprobiert, und zwar mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2“ (Harry Potter Teil 7.2).

Blick auf die Nachbarsitze
Blick auf die Nachbarsitze

Grundsätzlich müssen die Kinos hier ordentlich investieren, daher sind in beiden Sälen nur je zwei Reihen auf D-Box umgerüstet worden, in unserem Kinosaal 7 etwa in Mitte des Raumes. Das Kino selbst war in der entsprechenden Vorstellung nicht wirklich gut gefüllt, die D-Box-Reihen allerdings schon. Die Sitze werden bisher wohl nur von wenig Filmen unterstützt, daher ist auch nicht jede Vorstellung D-Box-kompatibel.

Komfort und Bedienung

Bedienkonsole
Bedienkonsole

Die Sitze sind ordentlich breit und haben jeweils eigene Armlehnen links und rechts. Das aus den meisten Kinos bekannte Teilen der Armlehne mit den Nachbarn entfällt also schon mal. Die Polsterung ist ordentlich, persönlich hätte ich mir auch noch eine Fußablage oder ähnliches gewünscht, doch dazu gleich noch mehr. Jeder Sitz hat einen integrierten Getränkehalter, damit die Getränke nachher nicht mit rumwuseln, gell! Unterhalb der rechten Armlehne ist eine kleine Konsole zur vierstufigen Regulierung der Bewegungsstärke des Sessels angebracht. Leider erfolgt die Regelung über viel zu empfindliche Touchfelder, so dass ich während des Films einmal unbeabsichtigt runtergeregelt habe. Ooops. Im Übrigen kann man zumindest aktuell im Foyer des Kinos (Video) auf zwei Sitzen sich probeschütteln lassen. Da scheint das Polster aber schon was angegriffen zu sein. Für Sitzkomfort und technische Ausgereiftheit vergebe ich zwei von drei Schachtzeichen:

Das Erlebnis

Kopfpolster
Kopfpolster

Was einem während des Films geboten wird, ist ordentlich. Der Sitz bewegt sich sanft, aber auch gerne mal beschleunigend in alle möglichen Richtungen. Jetzt rappelt das nicht die ganze Zeit, sondern bei Szenen, die dem Sesselregisseur sinnvoll erscheinen. So hat man auch mal längere Ruhepausen, und das ist auch gut so. Die Sitze sind damit nicht im Vordergrund, sondern unterstützen das Filmerlebnis. So werden z.B. Widerstände spürbar, etwa wenn man durch einen „Schutzschild“ hindurch dringt. Wie soll ich das jetzt erklären: man fliegt auf den Schutzschild als Zuschauer zu, dann bewegt sich der Sitz vor- und zurück, wenn man hindurch fliegt. Das hat was, macht den Film gefühliger.
Flugszenen werden durchaus zu einem grandiosen, kurzweiligen Erlebnis, Kamerafahrten um einen imaginären Mittelpunkt etwa haben nun plötzliche Schwerkraft-Auswirkungen. Das wär auch sicher was für Dokumentarfilme, insbesondere Szenen aus der Luft. Actionsszenen, Achterbahnfahrten und Explosionen gewinnen den einen oder anderen Überraschungseffekt. Aber: für mich mit 1,80m Körpergröße stehen die Füße immer noch auf dem Boden, auch wenn die Sessel durchaus ordentlich hoch sind. Damit verpufft ein Teil der Wirkung, besser wäre hier meiner Meinung nach, wenn diese letzte Verbindung zur Außenwelt irgendwie aufgelöst werden könnte. Den Erlebnisfaktor bewerte ich aber trotzdem mit drei von drei Schachtzeichen, allerdings unter der Voraussetzung, dass es sich um einen 3D-Film handelt, der einen von vornherein mehr in die Handlung reinholt:

Der Preis

Werbung an der 3D-Brille
Werbung an der 3D-Brille

Kommen wir zum eigentlichen Knackpunkt. Der Preis. Und der hat es ordentlich in sich. 19,50 EUR für einen Film (inkl. 3D und entsprechender Brille) ist einfach zu viel. Der Harry Potter hatte noch nicht mal Überlänge. Hallo? Ein Familienausflug ins Kino ist damit eine echte Herausforderung. Also, hier sollte nochmal kräftig an der Stellschraube gedreht werden. Und zwar nach unten. Da kann ich nur ein Schachtzeichen geben, sorry: .

Fazit

In Summe gebe ich zwei von drei Schachtzeichen – der Erlebniswert ist recht hoch in der Kombination 3D, guter Sound (Kino7) und D-Motion-Sessel, aber der Preis verhindert letztlich, das Ganze häufiger zu genießen. Dennoch: ich empfehle, das Ganze mal zu testen. Viel Spaß dabei!

Ach ja: Geschüttelt worden bin ich ganz ordentlich. Manchmal kriegt man das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Gerührt hat mich der Film, aber um den ging’s hier ja eigentlich nicht…

Geschüttelt. Und gerührt. D-Box-Motion Code – ein 4D-Kinoerlebnis.

9 Gedanken zu „Geschüttelt. Und gerührt. D-Box-Motion Code – ein 4D-Kinoerlebnis.

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