Ihr wisst ja sicher, dass James Bond aus Wattenscheid stammt. Also die Romanfigur. Nicht? Doch, doch, das stand mal so in einer autorisierten Biografie…

Na, jedenfalls geben sich derzeit in der AusstellungIn geheimer Mission“ eine Menge Devotionalien mitten in der Bochumer Innenstadt ein Stelldichein. Original Drehbücher neben der „Bond-Ente“, Little Nelli (der Ein-Mann-Hubschrauber aus „Man lebt nur zweimal“) neben dem Düsenrucksack (von dem es weltweit nur drei Stück gibt, aus „Feuerball“). Requisiten, Kostüme und Anzüge finden sich ebenso wie echt abgefahrene Merchandising-Artikel: man kann echt mit allem Geld machen! Die 007-Manschettenknöpfe sind dabei noch harmlos. Clever fand ich etwa die Hülle für Führerschein („Licence to drive“) & Co, ziemlich krass sind „Geisha-Duft“ oder der „explodierende Löffel“ oder… …das BOND-Unterhemd!!!!

Zu allen Filmen hängen Filmplakate und eine kurze, aber prägnante Zusammenfassung aus. Apropos Plakate – da sind auch welche aus anderen Ländern dabei, teilweise interessant bis lustig zu sehen, wie dort der Film interpretiert wird. Nicht lustig, und eindeutig erkennbar, da braucht’s keine Interpretation: Bond-Filme sind Sexismus pur. Vielleicht hat das mittlerweile nachgelassen – aber die ersten Filme sind unverhohlen sexistisch und Frauen brauchte es wohl nur als Beiwerk. Die Begleiterklärungen und -Fotosammlungen tun ihr übriges zur Aufklärung – es wurden teils Models aus dem Katalog bestellt, damit nicht etwa zu bekannte Damen die Männlichkeit in ihrer Wirkung beschneiden. Meine Hirnwindungen sind wohl zu harmlos gestrickt, um sich sowas auszudenken…

Zwei Jahre hat man nach einer geeigneten Location gesucht und mit einem leerstehenden Geschäft dann auch gefunden (die Türen müssen unter anderem groß genug sein, um die Fahrzeuge reinzukriegen!). Persönlich fand ich das Ambiente ein wenig zu steril, die Schaufensterpuppen standen teils uninspiriert rum. Andere Ideen wie in die Filme gleich vor Ort reinzuschnuppern, oder eine Fotobox mit Erinnerungsmöglichkeit an London sind wiederum gelungen. Ein bisschen Merchandising für die Ausstellung selbst – Tragetaschen und sowas – wertet das Angebot ein wenig auf. Jedenfalls ist die Ausstellung für den geneigten Bond-Fan durchaus sehenswert, und in dieser Zusammenstellung auch so schnell nicht wieder erlebbar. Acht Euro pro erwachsener Person (ermäßigt fünf Euro) muss man nämlich immerhin für den Eintritt investieren (zzgl. ein EUR je optionales Fotobox-Bild).

Und: es gibt weitere Begleitaktionen. So sind etwa 77 Fahrzeuge mit dem Kennzeichen BO-ND herzlich zum großen Bond-Treffen am 3. März eingeladen, ein Daniel-Craig-Double steht für Fotos bereit. Bis zum 26.2. 15 Uhr kann man sich dafür bewerben, hier stehen Details. Oder die Vorträge „James Bond im Visier der Physik“ von Prof. Dr. Metin Tolan vom Lehrstuhl Experimentelle Physik, TU Dortmund – nächster Termin ist der 8. März. Im Link findet Ihr weitere Aktionen wie Bondfilme im Kino nebenan, Stadtrundgänge oder Spezial-Bond-Menüs in einem Restaurant.

Nur ein Aston Martin – der ist leider nicht dabei.

Ich vergebe für „In geheimer Mission“ zwei von drei Schachtzeichen:

Bochum, Innenstadt: BO-ND – Der Spion, der aus Wattenscheid kam
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