Was macht ein gutes Dutzend Blogger an einem trübtassigen Sonntagnachmittag in Oberhausen? Stellt Euch mal vor, Ihr hättet eine halbe Million Euro zum Ausgeben und dürftet damit Kunstwerke kaufen. Aber: da sind noch ein paar andere Kunstgeeks und die wollen „Euer“ Bild auch…

Am Ende gibt’s noch was zu gewinnen!Das Gewinnspiel ist beendet. Danke allen für’s Mitmachen und herzlichen Glückwunsch an Rene!

Offenlegung: der vorliegende Beitrag entstand auf Einladung durch die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zum Bloggertag am 19.02.2017 mit Begleitmaterial durch den Kerber Verlag. Meinungen und Eindrücke bleiben meine eigenen.

LET'S BUY IT! KUNST UND EINKAUF.
LET’S BUY IT! KUNST UND EINKAUF.
Derzeit und noch bis 14. Mai 2017 ist die Ausstellung „LET’S BUY IT!“ im Schloss Oberhausen zu Gast. Per Untertitel „Kunst und Einkauf – von Albrecht Dürer über Andy Warhol bis Gerhard Richter“ wird vielleicht schon deutlich, dass hier nicht eine bestimmte Epoche oder ein Stil im Mittelpunkt steht. Vielmehr soll es darum gehen, die Brücke von einzelnen, historischen Kunstwerken über die massentaugliche Popart-Idee hin zu modernem Schaffensgut und ihren Werten für den Markt und für den Einzelnen zu schlagen. Wenn man dann so ein Bild oder Kunstwerk erwerben will – kann man sich sicher sein, dass es wirklich echt ist? Oder dass nicht ein ominöser Kunstmarkt den Preis in die Höhe getrieben hat?

Shop the Pain Away!

Ich geh ja für mein Leben gern shoppen! Wenn ich also an der Kasse 500.000 € in die Hand gedrückt bekomme, bin ich gar nicht mehr zu halten.

Wer hätte nicht gern mal 500.000 € frei verfügbar?
Wer hätte nicht gern mal 500.000 € frei verfügbar?
Aber: jetzt hab ich ja nicht wirklich ne Checke von Kunst – wenn man mal von den Sachen absieht, die ich selber so zeichne. Also muss Linda den anderen Bloggern und mir erstmal ein bisschen was zu den jeweiligen Kunstwerken erzählen. Und weil wir ja mehrere Leute mit ordentlich Kohle auf’m Konto sind, wird das Ganze so laufen, dass wir gegenseitig öffentliche Gebote abgeben müssen, um letztlich ein Werk (virtuell) als Höchstbietender zu ersteigern.

Linda führt uns durch die Ausstellung - und die Versteigerung!
Linda führt uns durch die Ausstellung – und die Versteigerung!
Sarah würde das Kunstwerk bei den Ausführungen unserer begeisterten Auktionatorin glaub ich auch gern kaufen…

Sarah und Linda - unsere Gastgeberinnen.
Sarah und Linda – unsere Gastgeberinnen.
Opa Hausen bekommt den Zuschlag bei der ersten Versteigerung. Ich glaube, er will sich das ins Schlafzimmer hängen.

33.000 € hat das Glitzerteil den Opa gekostet.
33.000 € hat das Glitzerteil den Opa gekostet.
Katharina Arndts „Shop the Pain Away“ aus dem Jahr 2013 soll übrigens so ca. 8.000 € wert sein – Glitzersteine inklusive.

Haste mal ne Tüte?

Auch beim nächsten Objekt habe ich es mit einer überraschend starken Konkurrenz an Mitbietern zu tun. Das Kunstwerk als solches hat es aber auch in sich: von einer Shoppingtour ist ein erkleckliches Sümmchen an Tüten und Taschen der Designer dieser Welt zusammengekommen. Und die Käufe stecken sogar noch drin.

Sylvie Fleury "Insolence", 2007.
Sylvie Fleury „Insolence“, 2007.
Mal reinlünkern...
Mal reinlünkern…
Ich gehe leer aus.
Ich gehe leer aus.
Erneut gehe ich leer aus – hätte aber die Taschen nebst Inhalt natürlich gern meiner Frau mitgebracht. 🙂 Apropos erkleckliches Sümmchen: wert soll das Ganze um die 80.000 € sein (inklusive Inhalt). Das Bloggergebot lag bei 60.000 €.

Kaliber: 50 Ct.

Hier wäre der Mann mit dem goldenen Colt sicher neidisch: aus 50Cent-Münzen hat die Künstlerin Patronen geschaffen. Ob das eine Anspielung auf das Geld ist, das in die Waffenherstellung fließt?

Franziska Becher: Kaliber 50 Cent, 2009
Franziska Becher: Kaliber 50 Cent, 2009
Noch ein schnell ein Foto machen.
Noch ein schnell ein Foto machen.
Wir haben Spaß beim Bieten!
Wir haben Spaß beim Bieten!
So richtig wollte erst keiner die Patronen ersteigern. Letztlich wären sie alle zusammen für über 100.000 € weggegangen, obwohl sie real eher 150 € das Stück kosten sollen. Kunst liegt halt im Auge des Betrachters und manchmal geht dann wohl der Bietwettstreit mit uns durch!

Endlich ein Zuschlag: drei Warhols und ein Richter

Nochmal vier Versteigerungen später habe ich auch endlich mal Glück: für 15.000 € von meinem virtuellen Konto bekomme ich nicht einen, nicht zwei, nein gleich drei echte Warhol-Fälschungen! Die drei Marilyn-Drucke sind „published by Sunday B. Morning“, und wir erfahren: man könnte auch seine eigene Signatur drunter setzen.

Später erfahre ich: 350 € hätten es auch getan. :D
Später erfahre ich: 350 € hätten es auch getan. 😀
Und dann kann ich gleich nochmal fast alles auf den Kopf hauen, was ich noch auf dem Konto habe: für schlappe 425.000 € darf ich einen echten Gerhard Richter, äh, in Gedanken mitnehmen!

Hinter Linda: "Geld auf Leinwand", Laas Abendroth, 2001.
Hinter Linda: „Geld auf Leinwand“, Laas Abendroth, 2001.
Der Richter ist Eigentum der Ludwiggalerie und vor Jahrzehnten glaube ich mal für ein paar zehntausend DM gekauft worden. Der aktuelle Wert ist unbekannt, denn er steht auch nicht zum Verkauf.

Na, wer hat noch Geld über?
Na, wer hat noch Geld über?

Der Feuerlöscher gehört dazu!

Jetzt wird’s ganz heiß: als Kunstwerk läuft auch dieser augenzwinkernde Zettel von Laas Abendroth. Wohlgemerkt: nur der Zettel steht zur „Versteigerung“, nicht der Feuerlöscher.

Nach kurzer Vorstellung...
Nach kurzer Vorstellung…
...handeln wir...
…handeln wir…
...den Feuerlöscher aber noch mit raus!
…den Feuerlöscher aber noch mit raus!
Wer auch immer ihn aus unserem Kreise für 63.000 virtuelle Euro ersteigerte: der Künstler soll um die 700 € ansetzen.

Sex sells

Aus der Popart-Ausstellung in der Ludwiggalerie neulich kenn ich das Coca-Cola-Bild noch. Hier ist es wieder – mit einer barbusigen Brünetten, dezent hinter der Flasche postiert. Hey, das ist Kunst!

Nochmal Sarah und Linda.
Nochmal Sarah und Linda.
Na komm: hier biete ich nochmal!
Na komm: hier biete ich nochmal!
Irgendwie hatte ich aber zu wenig auf der hohen Kante – den Zuschlag bekam wer anders.

Immer diese Spaßbieter!

Alles in allem hab ich viel Spaß gehabt – wie wir alle, glaube ich. Hier, der Opa Hausen zeigt mir zwischendurch stolz mal seinen Kontostand. Da wäre aber noch Luft!

Opa Hausen hat schon zwei Schnapper gemacht.
Opa Hausen hat schon zwei Schnapper gemacht.
Neugierig geworden? Die virtuelle Kunstauktion ist leider nur eine einmalige Veranstaltung extra für uns Blogger gewesen. Die Bilder und Kunstobjekte hingegen könnt Ihr selbst und in echt in der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen bewundern. Da es ein interessanter Querschnitt mit vielen Werken quer durch die Zeit ist, lohnt sich der Besuch. Es gibt auch noch viel, viel mehr zu entdecken, z.B. die gut gemachten Mittelalter-Fälschungen von Gegenständen und Plastiken oder der „Jetzt Kaufen“-Button mit Glitzer für den geneigten Onlineshopper…

Schloss Oberhausen vom Kaisergarten aus.
Schloss Oberhausen vom Kaisergarten aus.
Details zur Ausstellung findet Ihr auf der Website von der Ludwiggalerie. Im Museumsshop gibt’s einiges an Begleitmaterial wie den Ausstellungskatalog, aber auch viele Bücher und sogar diverse Ruhrgebietsgoodies. Ein kleines Café führt Knabbereien und diverse Kaffeespezialitäten.

Noch ein Tipp: die aktuelle Ausstellung „Let’s buy it!“ ist als Bestandteil der RUHR.TOPCARD 2017 für Euch einmalig besuchbar!

Gewinne einen Ausstellungskatalog!

Am Anfang hatte ich es angekündigt: es gibt noch eine Verlosung! Dank des Kerber-Verlags habe ich hier für Euch ein Exemplar des Ausstellungskatalogs im Wert von 50,00 € (Verlagspreis). 264 gebundene Seiten warten auf Eure Entdeckung (ISBN 978-3-7356-0320-3)!

Hier dann mal die Regeln: hinterlasst einen Kommentar mindestens mit Name und E-Mail-Adresse gleich hier unten am Blogartikel (gezählt werden nur die Kommentare hier im Blog – anfeuern und die Info zum Gewinnspiel weitergeben könnt Ihr gern auch via Twitter oder bei Facebook). Pro Person bitte nur ein Kommentar, Mehrfachteilnahmen führen zu Disqualifikation. Teilnehmen dürfen alle mit Wohnsitz in Deutschland und bestehender Volljährigkeit. Das Gewinnspiel endet am Sonntag, 12.03. 2017, 24:00 Uhr – ich lose dann aus allen Kommentaren das Buch aus. Einen Rechtsweg schließe ich aus.

Den Gewinner oder die Gewinnerin werde ich per Mail benachrichtigen und hier sowie auf den zum Blog gehörigen Social-Media-Wegen bekanntgeben. Eure E-Mail-Adresse benötige ich dann noch, um Eure postalische Adresse herauszufinden – den Versand des Buches nehme ich dann schnellstmöglich vor.

Viel Erfolg!

Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal an die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, namentlich an Sarah Bauer und Linda Schmitz, für die Einladung, liebevolle Vorbereitung und Durchführung des Bloggertags. Dankeschön an den Kerber Verlag für das Begleitmaterial, unter anderem den hier verlosten Bildband.

Lieben Dank auch und insbesondere an alle Mitblogger – ohne Euch wäre es nicht so kurzweilig gewesen! Die Eindrücke der Bloggerkollegen findet Ihr hier zum Angucken und Nachlesen:

Ludwiggalerie Oberhausen „LET’S BUY IT!“ – Kaufen, kaufen, kaufen!
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7 Gedanken zu „Ludwiggalerie Oberhausen „LET’S BUY IT!“ – Kaufen, kaufen, kaufen!

  • 6. März 2017 um 9:02
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    In der ludwigsgalerie habe ich schon einige spannende Ausstellungen gesehen. Bald findet im Schloss unsere Hochzeit statt. Ein toller Ort.

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  • 6. März 2017 um 9:55
    Permalink

    Meine Heimat liegt auch direkt an der Ruhr in Essen. Interessante Ausstellung. Vielleicht schaff ich es auch noch hin 🙂

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  • 12. März 2017 um 11:34
    Permalink

    Toller Bericht. Muss bald auch mal wieder hin und danach die Blicke vom Gasometerdach aus in die Ferne schweifen lassen.

    Antworten
    • 13. März 2017 um 8:38
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      Herzlichen Glückwunsch, Rene! Die Glücksfee hat Dich gezogen. Bitte teile mir per E-Mail Deine postalische Adresse mit zur Abstimmung der weiteren Modalitäten.

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  • 12. März 2017 um 12:11
    Permalink

    Tolle Aktion, so ein Bloggertag. Ist aber auch eine wunderschöne Location mit immer wieder interessante Ausstellungen (Walter Moers z.B.). Danke für den interessante Artikel und die Verlosung.
    Herzliche Grüße aus Herten

    Antworten
  • 12. März 2017 um 18:35
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    Da wollte ich doch eh noch hin. Völlig verpeilt!
    Gruß, Ingo

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