Der Peter-Behrens-Bau in Oberhausen ist ein echtes Bauhaus-Highlight! Gebaut einst als Zentrallager für die Gutehoffnungshütte Oberhausen beherbergt das Gebäude heute… ein Sammlungs-Depot! Und zwar für die Museen des LVR (Landschaftsverband Rheinland). Und was da alles steht, durfte ich neulich einmal ganz aus der Nähe sehen – in den Etagen, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Offenlegung: die vorliegende Fotoserie entstand auf Einladung des LVR zum ersten Insta-Walk durch den Peter-Behrens-Bau Oberhausen. Vielen Dank für diese tolle Gelegenheit!

Im Peter-Behrens-Bau (gilt unter Experten auch als ein „Juwel der Industriearchitektur“) war ich dieses Jahr tatsächlich schon mal – nämlich auf meiner Bauhaus-Tour durch den Westen! Da hatte ich aber nur wenig Gelegenheit, einmal in eine der Depot-Etagen reinzulünkern. Beim ersten LVR-Instawalk wurden nun gleich mehrere der schwer beladenen Stockwerke vom Museumsleiter Michael Gaigalat persönlich vorgestellt – hier lagern insgesamt über 300.000 Objekte der rheinischen Industrie- und Sozialgeschichte!

Seit 1989 steht die imposante Oberhausener Stahlkonstruktion (natürlich mit Stahl aus der Gutehoffnungshütte!) unter Denkmalschutz. Und mittlerweile ist das LVR-Zentraldepot mit seiner riesigen Menge an Devotionalien wohl doch an einem kritischen Punkt angekommen – man möchte in den nächsten Jahren nämlich verstärkt „entsammeln“. Aber noch darf ich einen Blick riskieren, und ein paar schöne Stücke habe ich für Euch auf Foto gebannt.

Da findet sich etwa ein Barockensemble aus Solingen, aus dem Jahre 1789. Ein Geschwindigkeitsmesser der Zeche Osterfeld, Kumpel haben dort statt der Graphen das Steigerlied & Co reingebastelt. Ein einzigartiges Fahrradexperiment: Doppelreifen sollten Straßenbahnschienen problemlos bewältigen können. Ein Spielautomat und eine Jukebox, beide schön hergerichtet. Eine Zink-Badewanne, die von unten mit Feuer beheizt werden konnte. Jede Menge Nähmaschinen. Lochkartengesteuerte Maschinen, eine alte Telefonzelle, und und und. Ne, watt schön!

Das alles sind Momentaufnahmen in der Zeit, denn „ein Depot ist ein fließender Fluss, niemals abgeschlossen.“, so meint jedenfalls der Museumschef. Hier auf den Etagen ist permanent Bewegung – Exponate werden entnommen, neue kommen dazu, zu alte werden entsorgt. Bin schon gespannt, wie es hier aussieht, falls sich in der Zukunft noch einmal die Gelegenheit für einen Besuch bietet…

 

Oberhausen, Peter-Behrens-Bau: Nachts im Depot
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