Zum Glücklichsein im Revier braucht’s zwar kein Buch, aber zur Inspiration darf gerne eines zur Unterstützung her: 80 Glücksorte im Ruhrgebiet harren ihrer Entdeckung. Ein paar Glücksorte kennt Ihr sicher schon – so wie ich – und einige werden neu für Euch sein.

(M)ein Glücksort beim Lesen der Glücksorte im Ruhrgebiet.
(M)ein Glücksort beim Lesen der Glücksorte im Ruhrgebiet.

 

Der Inhalt

Das Buch in Zahlen:

  • 2 Autoren stellen auf
  • 170 Seiten
  • 80 (Glücks-)Orte im Ruhrgebiet vor.

Tanja Weimer (Ruhri von Kindesbeinen an) und Torsten Wellmann (hat das Ruhrgebiet als Wahlheimat wie ich) haben die Glücksorte für Euch und mich zusammengetragen. Verlegt wird die Ansammlung von Glück im Droste Verlag.

Natürlich sind die gewählten Orte subjektiv, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit doch für viele von Euch ebenfalls für persönliche Glücksmomente gut geeignet.

Es geht dabei nämlich querbeet durch’s Revier,

  • von Duisburg bis Dortmund und von Hattingen bis Haltern am See
  • vom Solbad Vonderort Oberhausen bis zur Currywurst in Herne
  • vom Selbstpflücker-Blumenfeld am Straßenrand Bottrop bis zum Öko-Kleingarten mit Stalltieren in Bochum
  • von winzigen Programmkino über die Lichtburg Essen bis hin zur Kanalbühne in Gelsenkirchen
  • vom Road-Stop-Motel Dortmund bis zum Backpacker-Hostel in Oberhausen
  • vom winzigen Italiener in Duisburg bis zur Chocolaterie in Essen
  • vom Wasser in und auf der Ruhr, im Duisburger Hafen, in künstlichen oder echten Seen bis hoch zum Halden-Gipfel in gleich mehreren Ruhrgebietsstädten
  • vom Picknick auf’m Fördergerüst am Phänomania-Erfahrungsfeld bis zum Büdchen an der Erzbahntrasse
  • vom angefunzelten Laternenweg in Schwerte bis zum (virtuellen) Hightech-Himmel über dem Pott im Planetarium Bochum

und und und…

 

Meine Glücksorte

Einige der vorgestellten Glücksorte habe ich als langjähriger Wahlruhri selbst schon besucht. Dazu gehören z.B. der Innenhafen von Duisburg (nicht im Buch: im Rahmen der Extraschicht 2015) oder die Halde Hoheward (nicht im Buch: beim Celtic Sundown). Viele Plätze und Orte aber eben auch (noch) nicht – das Buch macht hier definitiv Lust auf mehr, z.B. die Persiluhr auf dem Marktplatz in Lünen. Es gibt manchmal auch liebenswert schrullige Tipps, wie das Programmkino in der „Galerie Cinema in Essen“ mit der Vorstellung von „Harold & Maude“. Den Film spielen sie da wohl jeden Sonntag und das seit nunmehr über 40 Jahren! Selbst in Mülheim bin ich offensichtlich bisher nicht so rumgekommen und ein Ausflug in den Papierladen oder das Crepes-Cafe klingen wirklich lohnenswert.

Blick ins Inhaltsverzeichnis.
Blick ins Inhaltsverzeichnis.

Alles in allem eine schöne Querbeet-Auswahl, die sich nicht beschränkt und beschränken lassen will. Meine persönlichen Glücksorte aus dem Buch sind:

 

Das Format

Jeder Glücksort bekommt neben einem passendem Bildchen im Hochformat einen ausführlichen Text auf jeweils einer eigenen Doppelseite geschenkt. Da werden nicht nur Fakten, sondern auch Hintergründe oder mal Persönliches der Autoren mit aufgeführt, das lässt sich schön lesen. Prima: es geht nicht immer nur exklusiv um einen Ort. Wer genauer hinliest, findet z.B. im Altstadtartikel über Hattingen auf Referenzen auf die „vom Fortschritt umzingelte“ Altstadt Mülheim an der Ruhr. So werden im Buch eigentlich auch mehr als die 80 numerierten Tipps vorgestellt.

Jeder Glücksort hat eine Doppelseite.
Jeder Glücksort hat eine Doppelseite.

Meine rein textlichen Lieblingsstellen im Buch sind übrigens:

  • „[…] Tatsächlich entpuppt sich das ehemalige Franziskanerkloster, dessen verschachtelte Bauweise auf wahres Gottvertrauen schließen lässt, als echter Alptraum für Orientierungslose […]“ (S. 58, zum Unperfekthaus in Essen)
  • „[…] Beim Nanny State gesellen sich hingegen zu vergleichsweise schlappen 0,5% Vol. satte zweihundertzweiundzwanzig Bittereinheiten. Wer das schafft, kann mindestens eine Stunde lang nicht mehr lachen. […]“ (S. 82, zum Finkenkrug in Duisburg)
  • „[…] Ehrlich gesagt hat der Silbersee in Haltern überhaupt nichts mit Silber zu tun, geschweige denn mit einem Schatz. Aber der Name klingt schön. […]“ (S. 110, zum Silbersee in Haltern am See)

Desweiteren gibt es unter dem Text immer eine Adresse für die Anfahrt sowie wenn vorhanden eine Angabe der Website. Vorbildlich: die Anfahrtsadresse bei Nutzung von ÖPNV wird separat angegeben.

Glücksmomente zum Selbstergänzen.
Glücksmomente zum Selbstergänzen.

Auch eine nette Idee: im Umschlag hinten kann man seine persönlichen Glücksmomente ergänzen und ein Foto einkleben. Da habe ich später im Text noch einen Tipp für Euch!

Ich habe allerdings auch ein bißchen Kritik zu äußern. Überhaupt nicht verstanden habe ich die Artikelsortierung. Da geht es kreuz und quer, mal hoch auf Halde, mal runter an die Ruhr, nach Dortmund kommt Oberhausen, dann wieder Duisburg, Bochum, Essen, wieder Duisburg, …? Vermisst habe ich auch eine Übersichtskarte. Wenn ich mal im Pott unterwegs bin, könnte ich so schnell mal eben gucken, ob umme Ecke nicht grad ein Glücksort liegt. Persönlich hätte ich dann wenigstens das Inhaltsverzeichnis im auszuklappenden Umschlag auf einen Blick untergebracht – die 80 Orte sind zu allem Überfluss nämlich auch noch über 4 Seiten im Inhaltsverzeichnis verteilt.

Und dann soll das Buch lt. Klappentext auch der „perfekte Begleiter“ sein. Auch das passt nicht ganz. Der „Ruhrpott in der Hosentasche“ von Carsten Uekötter (hab ich noch nicht rezensiert, muss ich mal noch machen) macht’s vor. Da geht es auch anders und dessen kompaktes Buchformat lädt einfach mehr zum Mitnehmen ein. Und das sag ich nicht nur, weil ich da auf S. 235 stehe. 😉 Klar: dann gibt es nicht mehr soviel Platz für Fotos, aber die sind ohnehin nicht mit einem Hochglanzbildband vergleichbar und ersetzen den persönlichen Glücksort/-moment ja nicht.

 

Fazit

Die Auswahl der Glücksorte ist wirklich sehr umfangreich und sollte für jeden Geschmack etwas bieten. Egal, ob Ihr mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit Bus und Bahn oder per Auto unterwegs seid – auch dafür lässt sich überall was finden. Ich kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen und habe es aus diesem Grund auch bereits selbst verschenkt.

Mein Geheimtipp: es eignet sich sehr gut für alle die, die schon alles haben… Ihr könnt es ja hinten auch mit einem persönlichen Foto von Euch und dem/der Beschenkten personalisieren! 😉

Hier noch die Fakten zum Abschluss für die „Glücksorte im Ruhrgebiet“:

Preis: 14,99 EUR
ISBN: 978-3-7700-1568-9
Verleger: Droste-Verlag, Düsseldorf
Erscheinungsjahr: 2016

Erhältlich sind die Glücksorte wie immer  im Buchladen Eurer Wahl (gerne in einem der netten inhabergeführten Buchhandlungen im Ruhrgebiet, kostet ja überall gleich!)

Offenlegung:

Der Droste Verlag hat mir für die Rezension ein Exemplar der „Glücksorte im Ruhrgebiet“ zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle meinen herzlichen Dank dafür!

Meinungen und Eindrücke bleiben meine eigenen.

 

Und wenn Ihr wollt, dann…

…schreibt doch gerne in die Kommentare, was denn Eure Glücksorte so im Ruhrgebiet sind. Da gibt’s ja noch soviel, und ich könnte mir vorstellen, dass wir hier einen eigenen Artikel mit Euren Tipps gut füllen könnten. Gerne mit Namensnennung und Euren Fotos, wenn Ihr möchtet!

Ich hab hier mal noch zwei persönliche Glücksorte im Ruhrpott, die nicht im Buch erwähnt sind:

(1) Mit den Prachtlamas auf Halde Rungenberg bei einer Haldenwanderung den Blick über das Ruhrgebiet von z.B. Halde Rungenberg schweifen lassen. Sehr entspannend mit den Lamas an der Leine!

(2)  Ein Frühstück mit der Liebsten bei Familie Trautmann im gleichnamigen Aboretum (neudeutsch für Garten) in Essen. Außergewöhnliche Location!

Mit nem Lama auf Halde Rungenberg.
Mit nem Lama auf Halde Rungenberg.
Glücksorte im Ruhrgebiet – glücklich im Revier!
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Ein Gedanke zu „Glücksorte im Ruhrgebiet – glücklich im Revier!

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