Und wer jetzt denkt, hier finden mitten im Ruhrpott wilde Beschwörungen statt, der hat sein Voodoo-Wissen aus’m Kino: Henning Christoph ist nämlich gleichzeitig Hausherr und Sammler in einer Person. Und weil er die Führungen selbst macht, kann er Euch aus erster Hand erzählen, was er bei seinen teils mehrjährigen Aufenthalten in Afrika erlebt und mitgebracht hat. Voodoo heißt nämlich eigentlich nichts anderes als „Gott“.

Auch mit der U-Bahn erreichbar: das Museum für Voodoo und Heilung.
Auch mit der U-Bahn erreichbar: das Museum für Voodoo und Heilung.
Mitten in Essen: hinter der roten Fassade im Erdgeschoss ist das Museum.
Mitten in Essen: hinter der roten Fassade im Erdgeschoss ist das Museum.

Ich will auch gar nicht viel vorwegnehmen – erzählen kann der Herr Christoph wirklich gut und das soll er Euch auch am Besten alles selbst. So wird er einige der 401 „Kinder“ von Gott in der Ausstellung eindrucksvoll vorstellen, z.B. den Metallgott der eben aus Metall gefertig wurde. Und eigentlich ist auch fast alles nur „gutes“ Voodoo, werdet Ihr erfahren. Das hilft dann schon mal, um die Ergebnisse eines Fussballspiels hoffentlich in die richtige Richtung zu wuppen. Durchaus geheimnisvolle Objekte werden Ihr sehen und die Geschichten dazu sind echt hörenswert.

Andere Stories drehen sich um die rund 15 Prozent „schlechtes“ Voodoo – das aber stets nur gerechtfertigt angewandt wird – etwa bei Schulden. Auch dem dunklen Kapitel der Sklaverei wird ein Bereich gewidmet. So eine Sklavenkette für einen Überseetransport ist weit gruseliger, als man sich das vorstellen kann. Da ist es gut, auch mal die Straßenapotheke anzugucken, die auch Analphabeten und des Lesens nicht mächtige ihren Leiden zuordnen konnten.

Die aktuellen Opfergaben am Mami Wata Altar.
Die aktuellen Opfergaben am Mami Wata Altar. (Foto entstanden mit freundlicher Genehmigung von Henning Christoph.)
Der Mami Wata Altar.
Der Mami Wata Altar. (Foto entstanden mit freundlicher Genehmigung von Henning Christoph.)

Der räumlich größte Anteil der Sammlung gehört wohl dem Mami Wata Altar. Dieser ist in jahrelanger Arbeit und mit viel persönlichem Engagement mühselig aufgebaut worden. Der Altar ist auch jenseits des Museumsöffnungszeiten in Nutzung, und wird so regelmäßig mit frischen Opfergaben versehen. Schaut einmal genau hin, hier finden sich auch Sachen, die sich der oder die Besuchende eben gerade leisten kann.

Und wer dann doch noch Glück hat, kann vielleicht den echten Zombie entdecken. Direkt neben Altargegenständen aus Haiti – die Menschen waren immer kreativ und wussten trotz Verboten sich ihre Götter zu verbildlichen.

Eine Führung ist dringend anzuraten, i.d.R. Sonntags 14 Uhr. Nur so erschließt sich die doch recht umfangreiche Sammlung, und die Geschichten gehören auf jeden Fall dazu!

Details: Webseite Voodoo-Museum (hier werden auch jeweils Sonderführungen bekanntgegeben)

Meine persönlich Altersempfehlung: ab 12 Jahren geeignet.

Ein Voodoo-Museum im Ruhrgebiet – das Soul of Africa in Essen
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2 Gedanken zu „Ein Voodoo-Museum im Ruhrgebiet – das Soul of Africa in Essen

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