Laut Ministerialerlass des Landes NRW 0847/15.11 ist beginnend ab Stichtag 1.4.2016 das „Bestehen eines Einbürgerungstests für das Ruhrgebiet“ zwingende Voraussetzung bei „Verlegung des Hauptwohnsitzes in eine der 53 zugehörigen Kommunen.“

Urkunde des Ministerialerlasses
Urkunde des Ministerialerlasses

 

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge muss ich zugeben, dass ich ja froh bin, dass ich das vor zehn Jahren noch nicht durchleben musste – als ich mich selbst entschloss, Ruhrgebietler zu werden. Es handelt sich bei dem Test nämlich um folgende drei anspruchsvolle Aufgaben, die lückenlos nachzuweisen und innerhalb von drei Tagen spätestens vor Zuzug erledigt werden müssen:

  1. Erklimmen einer der zugänglichen Halden.
    Dort erfolgt die Opferung eines ordentlichen Schlucks Schnappes* auf dem höchsten Punkt. Für Minderjährige und Abstinenzler ist das dreimalige Ausrufen von ‚Glück auf!‘ in Richtung Zeche Zollverein oder des nächstgelegenen Förderturmes/Fördergerüsts zulässig.

    Beispielbild einer Halde, hier: Hoheward
    Beispielbild einer Halde, hier: Hoheward
    Zeche Zollverein Fördergerüst
    Zeche Zollverein Fördergerüst

     

  2. Besuch des Bergbaumuseums Bochum.
    Dort ist einmal einzufahren und das sagenumwobene Mutterklötzchen zu finden.

    Deutsches Bergbaumuseum Bochum
    Deutsches Bergbaumuseum Bochum
    Mutterklötzchen
    Mutterklötzchen

     

  3. Absolvieren einer Spracheignung.
    Hierfür sind die drei folgenden Sätze fehlerfrei auszusprechen, idealerweise in Anwesenheit eines Fensterrentners.
    (a) „Kommt auf den Pommes noch was drauf?“
    (b) „Getz aba ma Butta bei die Fische!
    (c) „Einma gemischte Tüte mit alles, bitte!“

    Currywurst Pommes mit was drauf
    Currywurst Pommes mit was drauf

*) Statt des Schnäppschens (1) kann alternativ auch eine Flasche Ruhrpottkohla im Schrebergarten der Wahl geopfert werden.

Der Nachweis über das Absolvieren aller drei Aufgaben erfolgt durch Fotoposting bei Facebook icon_facebook, ersatzweise das Verfassen eines Tweets mit dreimaligem „Glück auf!“ an @wahlheimatruhricon_twitter. Viel Erfolg bei der Einbürgerung!

PS: Als Ruhrgebietsblogger kann ich den Erwerb der Ruhrtopcard empfehlen. Hier ist bspw. der Eintritt in (2) direkt enthalten. Lohnt sich auch für das verbleibende Jahr nach Einbürgerung noch, wenn’s denn nicht gerade November oder Dezember ist.

Verpflichtend ab dem 1.4.2016: der Einbürgerungstest für das Ruhrgebiet
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Ein Gedanke zu „Verpflichtend ab dem 1.4.2016: der Einbürgerungstest für das Ruhrgebiet

  • 2. April 2016 um 20:13
    Permalink

    Nun, ich denke Ihr habt rausbekommen, dass der Einbürgerungstest für das Ruhrgebiet ausschließlich am 1. April stattgefunden hat. Obwohl, so die eine oder andere Aufgabe könnte man ja öfter mal lösen… 😀

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