Seit etwa drei Wochen habe ich nun eine externe Bluetooth-Tastatur für mein iPad3 im Einsatz und da ich sie so gut finde, schreibe ich heute ein paar Zeilen darüber (und die meisten davon direkt mit der PROplus).

Eins vorweg: wer eine günstige Tastatur sucht, wird dieses Modell vermutlich nicht in die engere Wahl ziehen. Wer bereit ist, für gute Qualität, ein zuverlässiges, durchdachtes Arbeitstier und eine gewisse Nerd-Optik ca. 140 EUR hinzublättern, der sollte weiterlesen.

Warum habe ich mich nun nach ausgiebiger Recherche für die PROplus von Zagg entschieden?

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Chices, flaches und stabiles Design

Die Tastatur kommt ungefähr mit den Ausmassen eines iPads daher (reine Höhe: 7mm). Legt man das iPad mit dem Display nach unten auf die Tastatur, dann wird das iPad von kräftigen Magneten auf der Tastatur gehalten. Die gesamte Konstruktion ist dann etwa doppelt so dick wie ein iPad. Außenrum sind es auf jeder Seite ca. 2mm mehr. Ein kleiner Plastikrahmen erhebt sich über dem Tastaturfeld und sorgt dafür, dass das aufgelegte iPad nicht verrutscht. Aussparungen für das (30-polige) Ladekabel vom iPad sowie den Kopfhöreranschluss sind vorhanden. In jeder Ecke gibt es kleine Gummiauflagen, die dafür sorgen, dass das Display vom iPad nicht direkt auf den Tasten aufliegt.

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14-P1050831 Das Gehäuse selbst ist aus leicht gebürstetem Aluminium und passt daher wirklich gut zur iPad-Optik. Allerdings gibt es keine Beschichtung oder dergleichen, so dass mit Kratzern und Abrieb relativ schnell zu rechnen ist. Ich habe mir daher als eine Art Minischutz noch vier Gummifüßchen unter das Tastaturgehäuse geklebt (gibt’s im Baumarkt für 2-3 Euro für ca. 20 Stück), da ich relativ schnell Abriebspuren an den Rändern hatte. Gewichtstechnisch ist die Tastatur leichter als das iPad, das zusätzliche Gewicht kann ich persönlich beim Transport gut verkraften.
Das iPad selbst wird in die dafür vorgesehene Rille reingestellt und haftet dort dank Magneten im Landscape-Modus ganz hervorragend. Damit ist der Betrachtungswinkel zwar voreingestellt, aber das ist mir bisher nicht negativ aufgefallen. Ein Pluspunkt gegenüber vielen anderen Lösungen ist, dass man mit dieser Tastatur bei Bedarf das iPad auch hochkant nutzen kann. Allerdings wird das iPad in diesem Fall dann nicht so fest verankert.

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Die Tastatur

Die verbaute Tastatur ist sehr gut. Ich bin sicher kein Tastaturexperte, aber ich habe diesen Text hier weitestgehend mit der PROplus geschrieben. Die Tippgeräusche sind vernachlässigbar und konferenzraumgeeignet, es gibt klare Anschläge bei gutem Druckpunkt. Die Tastatur selbst ist im Vollformat mit ausreichend Platz zwischen den Tasten angeordnet, so dass man sich nach kurzer Eingewöhnung kaum vertippt.
Am oberen Rand ist über der Ziffernreihe eine Extrareihe Funktionstasten eingebaut, z.B. für Home, Suche, Bildschirm-Tastatur ein-/ausblenden, Cut, Copy, Paste, Lautstärkeregelung oder Bildschirmlock.
Die Tastatur gibt es für den deutschen Markt mit QWERTZ-Belegung, wie in meinem Beispiel. Umlaute und ß findet man hier ebenfalls an den gewohnten Positionen. Für Sonderzeichen gibt es Mehrfachbelegungen. Es gibt ein paar wenige Fehlbelegungen, auf der G-Taste habe ich z.B. ein weiteres @-Zeichen gefunden, dass in Kombination mit der alt-Taste ein © erzeugt. Das stört aber im Alltagsbetrieb nicht.
Fein ist die Tab-Taste und echte Kursortasten, die bei vielen Programmen auf dem iPad den Komfort beim Tippen deutlich erhöhen.

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Mein Foto von der Rückseite ist ein bißchen verzerrt, das Gehäuse hat gerade Kanten.

Nerd-Faktor: Beleuchtung

Wofür Euch alle beneiden werden ist die optionale Beleuchtung! Die Tastatur ist nämlich auf Wunsch beleuchtbar (das habt Ihr sicher oben bei den ersten Bildern schon gesehen), und zwar in drei Helligkeitsstufen und sieben Farben. Neben der Leertaste findet sich die entsprechende Aktivierungstaste, die mit jedem Druck die Beleuchtung heller schaltet oder komplett aus. Mit der Beleuchtungstaste und den Cursortasten rechts/links wird die Farbe der Beleuchtung geändert.
Zum Stromsparen schaltet sich die Beleuchtung nach einiger inaktiver Zeit ab und nach beliebigem Tastendruck wieder an.
Die Feststelltaste leuchtet separat blau auf, wenn sie aktiviert ist.
Links unten gibt es eine Energieanzeige-Taste, die nach Tastendruck grün blinkt, wenn noch genug Akkukraft vorhanden ist. Neigt sich der Akku dem Ende, wird sie gelb (hab ich noch nicht sehen können bisher). Braucht der Akku die letzten Reserven, wird die Beleuchtung deaktiviert, damit Ihr noch eine Weile weitertippen könnt, bis Ihr wieder nachladen könnt.

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Aufladen und Konnektivität

Die Tastatur lässt sich per mitgeliefertem USB-Kabel aufladen, hält aber ewig trotz täglicher Benutzung (nicht beleuchtet). Gekoppelt mit dem iPad wird über Bluetooth, auf dem Gehäuse findet sich eine separate Pairing-Taste. Bei längerem Nichtgebrauch kann man die Tastatur über einen Schiebeschalter komplett ausschalten.

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Bestellung und Lieferung

Ich habe meine Tastatur über die (auch deutschsprachig verfügbare) Zagg-Website geordert. Geliefert wird für Europa aus einem irischen Lager per ganz normaler Briefpost. Das wäre auch schon ein erster Kritikpunkt, denn meine erste Tastatur kam so leicht beschädigt an. Ein Luftpolsterumschlag hält nicht soviel ab, in meinem Fall war diese kleine, elektronischen Geräten oft beiliegende Packung mit Silika-Gel-Kügelchen zerdrückt worden und die (steinharten) Kügelchen haben sich in die obere Tastaturabdeckung eingedrückt. Der sehr freundliche Support hat jedoch direkt eine Ersatzlieferung veranlasst, und mein jetziges Exemplar ist fehlerfrei angekommen.

Fazit: die geb‘ ich nicht mehr her!

Meine tägliche Benutzung des iPads hat sich doch sehr verändert, da ich beruflich viel mit Mindmaps (iThoughts HD für iOS) für mich organisiere und auch mal die eine oder andere e-Mail per iPad schreibe. Abends ist dann vor allem Twitter und Facebook dran. Der Bildschirm des iPads lässt sich durch eine externe Tastatur in voller Größe nutzen, die Touch-Tastatur blendet sich nämlich bei Nichtgebrauch aus!
Ich möchte meine PROplus nicht mehr hergeben, auch wenn sie jetzt schon die eine oder andere kleine Macke – mein zweiter Kritikpunkt – hat (die aber wahrscheinlich nur mir auffallen). Es ist eben ein tolles und auch auffallendes Arbeitsgerät.
Wer die Möglichkeit hat, die Tastatur in den Staaten zu beziehen, sollte das einmal genauer prüfen. Dort wird die Tastatur nämlich für knapp 100 Dollar angeboten, den Abgabepreis von 139,99 Euro hier kann ich als dritten Kritikpunkt nicht ganz nachvollziehen. Immerhin kommen (aktuell) keine Versandkosten dazu. Wer die Tastatur übrigens ohne Beleuchtung möchte, bekommt eine günstigere Version ebenfalls auf der Zagg-Website.

Weitere Details und Bezug bei Zagg

ZAGGkeys PROplus – ein Review nach drei Wochen Einsatz
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