Nofretete.
Nofretete.

Es ist soweit: im Gasometer Oberhausen hat eine neue Ausstellung Einzug gehalten: „Magische Orte“. Seit dem 8. April, und noch (geplant) bis 30.12.2011 erwartet den geneigten Besucher ein faszinierender Ausflug an Orte, die sich magisch unter einem Dach versammelt haben.

Im Obergeschoss bietet sich die einzigartige Möglichkeit, einmal um die Welt in zwei bis drei Stunden (oder was immer auch das persönliche Zeitkontingent hergibt) zu reisen. In dieser kleinen Weltbegehung bieten sich zahlreiche Exponate und Fotografien von im wahrsten Sinne des Wortes magischen Orten.

Buddhistische Mönche.
Buddhistische Mönche.

Ob der Louvre in Paris mit Michelangelos Sklave, ein Blick in den Himalaya, schlingpflanzen-umschlungene Regenwaldbäume, die Tonarmee aus China, ein Gruß von den Pharaonen Ägyptens inklusive der Büste der Nofrete, Osterinsel, eine halsberingte afrikanische Königin, Australiens Ayer’s Rock, Mayatempel, ein Ausflug nach Berlin an den Pergamonaltar oder alte babylonische Keilschrift – hier findet sich eine Mischung aus bekannten und unbekannten Fotos, Repliken von Skulpturen oder Gegenständen. Wahlweise kann auch ein Großteil zusammen in einem kleinen Film vor Ort begutachtet werden.

Es ist übrigens auch der eine oder andere nachdenklich Unterton dabei, wie die Armbanduhr von Chiyoko Nakata aus Hiroshima – sie war alles was Masaka Nakata von ihrer Schwester noch vorfand, als sie ihr am Tag nach dem Abwurf von Little Boy Wasser bringen wollte. Auch die eigentlich farbenfrohen Kranichketten mahnen eindringlich.

Der Baum.
Der Baum.

Doch zurück zum angenehmen Teil der Ausstellung. Das wahre Highlight dieses Miniurlaubs im Ruhrgebiet ist der inmitten des Gasometers 43 Meter hoch aufragende künstliche Regenwaldbaum. Aus übermannshohen Wurzeln entsprießt hier in kleines technisches Meisterwerk gen Gasometer-Himmel. Unterschiedlich wechselnde Beleuchtung schafft immer wieder faszinierende Perspektiven.

Tipp: Eine Decke oder dickere Jacke an den Wurzeln hinlegen, sich drauflegen und dann einfach wirken lassen. Sphärische Klänge umspülen einen passend. Wenn genug Zeit bleibt und der Andrang gerade nicht so groß ist:

Blick von der oberen Plattform.
Blick von der oberen Plattform.

inmitten des Gasometers fährt ein gläserner Fahrstuhl in die Höhe. Man begleitet den riesigen Baum eine Weile, auch wenn es dann noch deutlich höher hinauf geht.

Im Erdgeschoss wiederum findet sich der Gegensatz zu den von Menschenhand geschaffenen Werken im Geschoss darüber: von der Natur erschaffene Sandsteinskulpturen, faszinierende Aufnahmen von Tieren und gigantische Kristallgebilde wie etwa die üermannshohen Exemplare aus Mexiko laden zum Verweilen ein.

Fazit: Tolle Ausstellung, die noch vielseitiger als die vorherige im Gasometer ist.

Mineralien.
Mineralien.

Für kleine Kinder bedingt geeignet, aber machbar. Für Besitzer der Ruhrtopcard ist der Eintritt einmalig kostenlos.

Details:

  • Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10-18 Uhr, während der NRW-Ferien auch montags geöffnet
  • Website: www.gasometer.de

Weitere Tipps:

  • Museumshocker ausleihen und viel Zeit mitbringen – das ein oder andere Foto lädt zum Verweilen ein!
  • Extraschicht-Termin (9.7.) schon mal notieren, da ist auch der Gasometer nachts extralang geöffnet
  • Fotografieren ist ohne Blitz gestattet – Stativ nicht vergessen!
Gasometer Oberhausen – Magische Orte. Oder: Ein Welturlaub in zwei Stunden.
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3 Gedanken zu „Gasometer Oberhausen – Magische Orte. Oder: Ein Welturlaub in zwei Stunden.

  • 18. April 2011 um 22:09
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    Sehr schön, danke für die ersten Eindrücke. Werde mir das im Laufe der nächsten 1-2 Monate auf jeden Fall auch ansehen.

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  • 22. April 2011 um 23:26
    Permalink

    Wir waren heute auch in der Ausstellung. Wirklich sehr beeindruckende Fotos. Uns hat die Etage mit den Naturaufnahmen besser gefallen.
    Auf jeden Fall hatten wir zu wenig Zeit, weil die Kinder (4, 8 und 10 Jahre) dann doch etwas quängelig wurden. Man hätte locker noch ein paar Stunden vor den tollen Fotos verweilen können.
    Wir haben uns dann noch den Fotoband gekauft. Darin kann man alle Bilder noch einmal nachschlagen. Hat – aus meiner Sicht nur – 20,- Euro gekostet.
    Übrigens: Die Familienkarte kostet 17,- Euro – gilt auch für Familien mit 3 Kindern.

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