Was tun mit einem angebrochenen Sonntag, wettertechnisch nicht zwingend auf der Höhe? Ein bis zwei Stunden Zeit und Kids im Kindergarten- und Grundschulalter? Vielleicht sogar noch eine Ruhrtopcard über? Dann wäre mein Vorschlag: einfach mal das Phänomania Erfahrungsfeld in Essen ausprobieren!

Solches haben wir nämlich heute getan.

Ein schönes Beispiel für wieder- und umgenutztes Baugut im Ruhrgebiet (siehe hierzu auch die aktuell laufende, 6-teilige Serie quer durchs Ruhrgebiet in der Sendung mit der Maus – da wird genau das immer mal wieder thematisiert) – ist doch das hier behandelte Museum im Fördermaschinenhaus auf Zeche Zollverein beheimatet. Letztere kennt man ja zur Genüge oder hat zumindest davon gehört. Das weitläufige Gelände gibt aber eben auch deutlich mehr her als nur den bekannten Doppelbock von Schacht 12.

Was also wurde da geschaffen, auf mehr als 1.500 Quadratmetern laut Museumsangabe? Nun, zum Einen gibt es einen ganz zweckmäßig hergerichteten Innenbereich auf 3 Etagen. Zum Anderen findet sich ein Außenbereich mit Spielplatz und zusätzlichem Gelände rund um den Förderturm von Schacht 3/7/10, welches – wie heute – auch mal auf eine Grillwurst einladen kann.

Der Innenbereich

Entrichtet man seinen Eintritt (wahlweise: Ruhrtopcard vorzeigen) an der kombinierten Kasse, die gleichzeitig ein kleines Café und so eine Art Mini-Museumsshop im Inneren betreibt, dann darf man durch eine unscheinbare blaue Stahltür den Rundgang betreten. Das Ganze Museum ist explizit zum Mitmachen und Ausprobieren ausgelegt, das geht direkt am Eingang los. Da finden sich so Klassiker wie ein Papagei auf einem beweglichen Gestell, den man durch Drehen optisch in den Käfig auf seiner Rückseite befördert. Aber auch Neues, wie die „Summstein“ genannte Installation eines ausgehöhlten Steinblocks, in dem man durch geschicktes Summen Vibrationen erzeugt. Ein Barfusspfad für das haptische Gefühl an den Fußsohlen. Angewandte physikalische Gesetze wie die Zentrifugalkraft finden ihren Niederschlag in Kreiseln oder menschlichen Zentrifugen, die mit Hanteln beschleunigt werden können.

Ein Raum weiter ist der Eingang in den Klangkeller. Dort findet man verschiedene Schlaginstrumentarien aus mehr oder weniger massiven Blöcken oder Klangkörpern. Mit einer Trommel eine Kerze auspusten? Kein Problem, ist hier möglich! Der Klangkeller hat jedoch auch einen optischen Einschlag: So kann man hier etwa seinen Kopf optisch vom Körper lösen. Zumindest für den Betrachter davor. Das da im Foto bin übrigens ich.

Aus dem Keller heraus finden sich noch einige Objekte wie dieses nette Scheibchen (Video), das demonstriert, wie Bewegung oder Stillstand Informationen herauskristallisieren oder eben nicht.

Der Rundgang wird nun eine Ebene höher fortgeführt. Dort findet sich eine Vielzahl verschiedenster Objekte. Tönerne Gefäße, in denen man ertasten kann, was darinnen wohl schlummert. Pendel. Optische Drehscheiben. Klangschalen – für den Bauch. Klangschalen, die durch heftiges Reiben mit wassernassen Händen (Video) Töne und Vibrationen sicht- und fühlbar machen. Und vieles mehr.

Eine weitere Tür und nochmal eine kleinere Ebene, mit Farbeffekten oder Spannungs- und Temperaturexperimenten durch Handauflegen auf verschiedene Materialien. Die hier befindliche Treppe nach unten führt in den ersten Raum und beendet den Rundgang nach Wahl oder man geht nochmal seine Lieblingsecken an.

Für uns stand noch ein Besuch des Außenbereichs an, der von einem Erwerb aus der hiesigen Tiefkühltruhe begleitet wurde.

Der Außenbereich

Vieles von dem, was im Innenbereich vorgestellt wird, findet sich als bespielbare Ausgabe im Außenbereich wieder. Ein gepflegter, umzäunter Spielplatz lädt dazu ein, als kleiner Mensch mal Mama oder Papa zum Schaukeln zu bringen. Es funktioniert tatsächlich, und so ein Töchterchen oder Sohnemann bringt einen zum Schwingen. Weitere Bauten wie Klanginstallationen, Barfusspfad oder auch Balancierstrecke ergänzen das Highlight dieser besonderen Art von Doppelschaukel.

Bei gutem Sommerwetter wird eine mobile Grillstation von den Phänomenia-Mitarbeitern betrieben, der Stand war heute auch ganz gut besucht. Der per Außentreppe besteigbare Förderturm lädt wahrscheinlich zu einer schönen Rundumsicht ein, leider hat uns der einsetzende Regen dann doch vertrieben, sonst hätte man auch noch einige Zeit da verbringen können.

Fazit

Sehr schöner, kurzweiliger Zeitvertreib für die ganze Familie. Von jung bis alt.

Details: Website Phänomania Essen

Phänomania Erfahrungsfeld Essen – Mitmachmuseum für alle
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